Psychotherapie

Wir erzeugen zwar nicht unser Leben selbst – aber im Wesentlichen unser Er-Leben. Gunther Schmidt

Einzeltherapie



Das Ziel der systemischen Einzeltherapie wird über die Symptombeseitigung  hinaus in der Veränderung der Gesamtpersönlichkeit gesehen. Wie in der Familientherapie ist auch in der systemischen Einzeltherapie die Ziel- und Auftragsbestimmung Ergebnis einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen TherapeutIn und dem/der KlientIn – auf der Suche nach einem besseren Handlungsmodell oder einer annehmbareren Geschichte, mit der der/die KlientIn sein/ihr aktuelles Leben weniger leidvoll, zufriedener oder einfach besser gestalten kann. Prinzipiell kann sich erlebte Veränderung auf äußere (Familie, Arbeit etc.) oder auf innere Umstände (Stimmungen, Kognitionen, Glücksvorstelllungen, Sinnerleben) beziehen.
 

Paartherapie



Heute sind viele Beziehungsarten ohne Verbindlichkeiten möglich. Seit etwa dem Beginn der 1980er-Jahre hat sich das Beziehungsverhalten junger, vor allem großstädtischer Erwachsener massiv geändert. Allerdings betrifft der Wandel nur die Lebensform und den Wechsel von Beziehungen, nicht die Beziehungsneigung oder -bereitschaft. Sie besteht unverändert, von einer Vereinzelung des Individuums kann nicht gesprochen werden. (Für gute soziologische Übersicht über die Pluralisierung und Individualisierung der familialen und nichtfamilialen Lebensformen vgl. Peuckert 2008)  Fast alle haben eine oder sehnen sich nach einer Zweierbeziehung, nur dass durch den häufigeren Beziehungswechsel viele Menschen immer wieder alleine leben (G.Schmidt 2011a)

Wie Partner unbewusst verbunden sind – und was das für die Paartherapie bedeutet:

Der Fokus wird auf

  • die unbewusste Paarkommunikation 

  • die gemeinsamen Körperprozesse

  • die Kollision von Bedürfnissen

  • die in Spiegel- und Resonanzprozessen zueinander – als Paar – stehen,  erklärt.

Familientherapie



Die Begegnung der Familie mit einer Familientherapeutin kommt meist zustande, indem ein Familienmitglied die Familie telefonisch oder persönlich zur Therapie anmeldet.

Die Art der „Überweisung“ der Familie hat natürlich Einfluss auf die Gestaltung und den Prozess der Familientherapie.

Auftrag und Ziel sollten im Möglichkeitsraum der Familie liegen, d.h. realistisch sein, positiv formuliert werden und in kleine Teilziele zerlegbar sein, die schnell erreichbar sind, damit die Familie ihre Selbstwirksamkeit zeitnah erleben kann und die familiäre Resilienz gestärkt wird.

Dazu ist es hilfreich, die Ressourcen der Familie früh für den Veränderungs-Prozess und den Auftrag zu nutzen. Bei der Ressourcenorientierung als Grundhaltung der Familientherapie wird davon ausgegangen, dass eine Familie über alle Möglichkeiten verfügt, die zur Lösung der Probleme notwendig sind, die notwendigen Ressourcen aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt und unter den jeweiligen Kontextbedingungen nicht nutzbar sind.